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5. Januar 2017

Die traurige und grausame Welt des Verlustes



Hallo liebste Leser,
lange habe ich mich nicht mehr gemeldet, doch hier bin ich wieder,
das folgende Buch bringt euch in eine dunkle Welt des Verlustes:
Das schwarz Buch der Gier von Beile Ratut
Sternchen 4/5

Seitenzahl:  287
Verlag: Ruhland
Erscheinungsjahr:  2013
ISBN:  978-3-88-509-102-8

Klappentext
Der Debütroman von Beile Ratut ist ein Wirbelsturm, unerschrocken und von schillernder Kraft. Eine zutiefst ehrliche Geschichte über die finsteren Irrgänge des Menschen, endgültig und zärtlich, vehement und erschütternd - vom der ersten bis zur letzten Seite.
So zeitlos wie meisterhaft verdichtet erzählt Ratut die Geschichte von Alba Schleyer, deren älterer Bruder an ihrem sechsten Geburtstag spurlos verschwindet. Von der anschließenden Sprachlosigkeit der Familie und der Reise der erwachsenen Alba durch diese Welt. Von ihrer unermüdlichen Suche und von dem Unaussprechlichen, das in der Harmlosigkeit der Menschen flimmert. .



Meine Meinung

Das schwarze Buch der Gier.
Ich gebe zu, Anfangs konnte ich mir kaum etwas unter diesem Titel vorstellen. Gier ist ein Begriff, der ein heftiges Verlangen beschreibt, aber Verlangen wonach?
Das Cover verrät zwar auch nicht viel, doch die dunklen Wassermassen scheinen den einsamen Jungen zu verschlingen, erschrocken hält er seine Hände ans Gesicht, Schilf drängt sich nach oben durch die Flut, der Himmel scheint mehr Unheil zu bringen.
Dieses Cover und die Neugier nach dem Inhalt brachten mich dazu, dieses Buch auszuwählen. Laut Einbandrückseite geht es um die junge Frau Alba, die ihren älteren Bruder mit sechs Jahren verliert und wie sie mit diesem Schicksalsschlag als erwachsene Frau umgeht.
Die Autorin schafft mit ihrer Art zu schreiben ein Bild von der Gefühlswelt Albas, manche Dinge sind klar und detailliert, da fliegt mal ein gelb schillernder Vogel und hier eine Spinne, die sich in der Dunkelheit den rosigen Fingern nähert.
Doch andere Dinge bleiben im vollkommenen Nebel: Namen, Menschen, Begegnungen, der Alltag. Manchmal irritiert es, ich als Leser würde gerne wissen, wo befindet sie sich, mit wem, wie kam sie dazu? Doch man muss sich daran gewöhnen, dass das alles nebensächlich ist, weil es nur um Albas kleine Welt geht, in der nur manche Begegnungen eine Rolle spielen und der Ort, an dem sie sich befindet, nichts an ihren Gefühlen ändert.
Auch ist es interessant wie auch erschreckend, wie sich Alba entwickelt. Der Verlust und die Ungewissheit treiben sie fast um den Verstand. Sie vertieft sich so sehr in die Welt der Grausamkeiten und der Gier, schneidet sich Zeitungsartikel aus und liest über brutalste Vergewaltigungsmöglichkeiten, sieht nur noch das Schlechte in den Menschen, kann sich nicht binden und möchte es doch irgendwie.
Man wird als Leser in ihre Welt eingeführt, mit all ihren Gedanken, den Obszönitäten, die anderen widerfahren, eine dunkle und einsame Welt.
Empfehlen kann ich dieses Buch nur bedingt. Hier lässt man sich auf die Traurigkeit eines Menschen ein, der sich sehr oft in die Vorstellungen hineinsteigert, was für Grausamkeiten ihrem Bruder passiert sein könnten. Und diese sind genauestens beschrieben. Manche Sachen hätte man auch umschreiben können ohne, dass es abgemildert wirkt.
Die Autorin schafft es jedenfalls sehr gut, einen Menschen darzustellen, der das Wichtigste in seinem Leben verliert, Stück für Stück daran zerbricht und nur noch ein Schatten seiner selbst ist.
Hier eine Passage, die meiner Meinung nach das Buch ganz gut beschreibt:
„Mein Herz stürzte in die Finsternis. Meine Seele labte sich an Mutlosigkeit, mein Leib zechte Bedrückung. Mit aller Macht dirigierte mich das Böse. Ich ließ es zu.“


Eure C.


17. Dezember 2015

Eine neue Welt



Hallo liebste Leser,
dieses Buch führt uns in die geheimnisvolle Welt der Waldvölker.
Kalypto – die Herren der Wälder
Sternchen 4/5

Seitenzahl:  557
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsjahr:  2015
ISBN:  978-3404207916

Klappentext
Der junge und impulsive Lasnic, Angehöriger des Waldvolks, kann es nicht glauben: Ausgerechnet er wurde von der Ratsversammlung zum Waldfürsten berufen!
Kurzentschlossen packt er seine Sachen und flüchtet vor der Verantwortung, ohne zu ahnen, dass er in ein viel größeres Abenteuer hineinstolpert. Denn im Verborgenen naht eine Gefahr, die alle freien Völker bedroht: Die Magier des vor Jahrtausenden untergegangenen Reichs Kalypto sind wieder erwacht – und sie schicken vier Späher aus, um das Volk zu finden, das sich am besten zur Versklavung eignet….



Meine Meinung
Vorab: Das Buch ist lesenswert!
Als ich diesen dicken Wälzer in der Hand hielt, war ich trotz des tollen Covers skeptisch, denn schließlich muss das Buch schon wirklich klasse sein, dass es einen 560 Seiten lang mitreißt.
Aber schon am Anfang ist mir der saubere und wirklich gute Schreibstil aufgefallen, nach ein paar Sätzen ist man plötzlich mittendrin, kann fast das Wasser hören, wie es vorbeizieht und steht neben den Charakteren, fehlt nur, dass man noch selbst mitspielen darf.. Ich muss sagen, das hat mich sehr positiv schon am Anfang überrascht. Leider wird man immer mal wieder rausgerissen, weil Zeitsprünge und wechselnde Sichten aus denen erzählt wird zwischenrein kommen. Allerdings ist es nur so möglich aus drei verschiedenen Perspektiven zu erzählen und auch von verschiedenen Lebens- und Entwicklungsstadien zu erfahren.
Die einzelnen Hauptcharaktere, wie aber auch die Nebenspieler sind so facettenreich und haben ihre großen wie auch kleinen Fehler, ich als Leser konnte mich fast in jeden reinversetzen, wenn auch ein paar so fiese Typen dabei waren, die man eigentlich nur mal schnell den Abhang runterschubsen möchte…
Insgesamt ist das Buch wirklich spannend, hat natürlich ein paar zähe Stellen – irgendwie passiert das bei jedem Buch mal, dass so lang ist, aber darüber konnte ich wirklich hinwegsehen, weil es auch am Ende so spannend blieb, dass ich bei der letzten Seite enttäuscht feststellen musste, dass es schon vorbei ist – es sind noch einige Dinge ungeklärt.

Eure C.

4. Juni 2015

Was in Vegas passiert....



Hallo liebste Leser,
das nächste Buch führt in das schillernde Las Vegas!
Wüstengrab von Salim Güler
Sternchen 4/5

Seitenzahl:  360
Verlag: Amazon Publishing
Erscheinungsjahr:  2015
ISBN:  978-1503946392

Klappentext
Wie durch ein Wunder wird ein Mann von deutschen Touristen in der Wüste von Las Vegas gefunden und gerettet. Er weiß weder, wer er ist, noch, warum man ihn lebendig in der Wüste begraben hat. Lediglich der Inhalt seiner Hosentaschen gibt ihm selbst einige Hinweise zu seiner Person.
Bruchstücke seiner Erinnerung führen ihn Schritt für Schritt in eine lebensgefährliche Vergangenheit: Er wird verfolgt vom mächtigsten Mafia-Clan in Las Vegas, außerdem wird er von der Polizei als Mörder gesucht.
Er begibt sich auf eine halsbrecherische Jagd nach der Wahrheit und verzweifelt im ständigen Versteckspiel mit der Polizei und seinen eigenen Mördern immer wieder an den Alpträumen seiner eigenen Identität.


Meine Meinung
Ich fange mal beim Äußerlichen an: Das matte Cover sieht ganz klar sehr düster aus. Erst dachte ich „Stopp mal, in Las Vegas regnet es doch nicht..“ Aber 2008 hat es dort sogar geschneit. Also auf keinen Fall unrealistisch!
Aufgeteilt in 49 Kapitel liest sich der Schreibstil wirklich flüssig und ich kam ganz gut rein in die Geschichte. Allerdings ist es eine sehr einseitige Geschichte, damit meine ich, dass die Kapitel eigentlich nur kurze Unterbrechungen sind, der Erzählfluss geht einfach weiter – keine andere Geschichte der Vergangenheit oder anderer Menschen aus dem Buch wird eingeflochten, es geht wirklich „nur“ um den mysteriösen Mann  und seine Geschichte.
Interessant ist, wie der Leser und der Protagonist gleichermaßen die Wahrheit und somit das Leben, das vergessen worden ist erfahren und nie genau wissen: Ist es wahr? Was steckt noch dahinter?
Über Las Vegas erfährt man auch recht viel, einiges wusste ich noch nicht. Ich finde es gut, dass es so sehr real wirkt, man fühlt sich, als würde man mit in der Stadt umherlaufen.
Insgesamt fand ich die Geschichte sehr interessant, man hätte allerdings mehr daraus machen können. Für ein Buch zwischendurch kann ich es absolut empfehlen, ein bisschen hat es mich zum Nachdenken angeregt.

Eure C.